Photo des Tages 21. Mai 2010

Photo des Tages 21. Mai 2010

Angekommen im Hostel in Peking.

Photo des Tages 18. Mai 2010

Photo des Tages 18. Mai 2010

Expo-Personal Rot-Blau.

Photo des Tages 17. Mai 2010

Photo des Tages 17. Mai 2010

Straßenmarkt im ehemaligen jüdischen Viertel. So ein lebendes Huhn kostet umgerechnet ca. 75 Cent.

Photo des Tages 16. Mai 2010

Photo des Tages 16. Mai 2010

Ich werde immer beobachtet, egal wo ich bin. Aber das kann ich auch.

Photo des Tages 15. Mai 2010

Photo des Tages 15. Mai 2010

Neue Brille für fast nix!

Shanghai

Nachdem ich nun schon über eine Woche in China bin, weiß ich garnicht so richtig wo ich eigentlich anfangen soll zu erzählen. Eins ist aber klar: Shanghai fetzt und mir geht es hier richtig gut. Das liegt natürlich hauptsächlich daran, dass Antje auch hier ist, aber auch das Ganze drumherum – China und so – macht mir gewaltig Spaß. Um nicht einen elendig langen chronologischen Reisebericht zu verfassen liste ich jetzt einfach mal wahllos ein paar Dinge aus dem fröhlichen Alltag in Shanghai auf:

Das Essen hier ist einfach großartig. Wirklich. Alle Vorurteile von wegen “Die essen alles was 4 oder mehr Beine hat und kein Tisch oder Stuhl ist” kann ich bisher nicht bestätigen. Naja, zumindest nicht was Hund Katze Maus angeht – aber, so habe ich mir sagen lassen, ist das in anderen Gegenden wohl doch der Fall. Das Essen ist superlecker und noch dazu für europäische Verhältnisse unglaublich günstig. Vor ein paar Tagen waren wir zu viert richtig dekadent Essen, 6 oder 7 verschiedene Gerichte, chinesisches Bier und unverschämt leckerer Kürbis-Vanille-Kuchen-Nachtisch, und haben insgesamt gerade mal 15 Euro gezahlt. Ok, das Restaurant war nicht das schickste, und was Sauberkeit angeht herrschen hier eh andere Maßstäbe, aber man kann hier locker mit 5 Euro am Tag richtig gut speisen und satt werden. Allerdings natürlich nur, wenn man sich nicht von Pizza, McDonalds und anderem ausländischen Essen ernährt, was hier in Shanghai total Mode ist. Das kann dann auch sogar schonmal teurer als in Deutschland werden. Das gleiche gilt auch für Sachen wie gute Schokolade, nicht-chinesisches Bier oder Käse, aber man kann sich auch hervorragend von abstrusem Obst und Gemüse ernähren. Ich ess hier eigentlich fast täglich neue Sachen, die ich noch nie vorher in meinem Leben gesehen oder gegessen habe :-)

Ich hab bisher auch alles Essen gut vertragen (an die Schärfe gewöhnt man sich ;-)), allerdings habe ich auch noch keine absurden Experimente gewagt. Die Chinesen haben auch anscheinend kein Problem, mit anderen über Durchfall und sonstige Geschichten zu reden, und das dann auch möglichst detailreich zu diskutieren.

Essen gibt es so gut wie überall. Im Normalfall muss man nicht mehr als 50m laufen, um irgendetwas zu essen zu bekommen. Egal von wo aus. Außer natürlich im krassen Finanzviertel, da gibt es nur absurd hohe und absurd viele Wolkenkratzer. Und Baustellen an denen mehr Wolkenkratzer entstehen. In diesem Viertel merkt man dann auch, dass Shanghai neben einer unglaublich verrückten und lebendigen Metropole auch noch eines der Finanzzentren der Welt ist. Höher, besser, schicker, teurer ist hier die Devise.

Es gibt Geldscheine die umgerechnet 10 Cent wert sind, allerdings bekommt man dafür auch schon feine, herzhafte mit Fleisch gefüllte Dampfnudeln. Herrlich.

Im ganz normalen Supermarkt (Tesco) kann man alles mögliche an Getier zum Verzehr kaufen: Aale, Frösche, Krabben, Schildkröten etc. – und natürlich alles lebend. Oder man lässt es sich halt vor Ort vom Supermarktangestellten “vorbereiten”, sprich töten. Ich war vorgestern mit Antje “Hot Pot” essen, im Prinzip sowas wie Fondue, nur dass alles mögliche in einen größeren Topf kommt, und auch da waren die aufgespießten Shrimps noch fleißig mit den Beinchen am zappeln. Wegschauen, rein damit. Gruselig, wie ich finde.

Bleiben wir beim Essen: Chinesen schmatzen, schlürfen, sabbern, spucken. Und sind einfach generell laut beim Essen. Nach dem Essen sieht so ein Tisch meist aus wie ein Schlachtfeld.

Auch auf der Straße wird gerotzt und gespuckt. Und zwar so richtig mit der kompletten Geräuschkulisse, mit von gaaanz unten hochziehen und so. Eher unangenehm. Eher angenehm dagegen ist, dass auf der Straße auch gern mal in Grüppchen einfach so laut gesungen und getanzt wird und Musik läuft.

Ich bin übrigens der Star auf der Straße. Es ist bisher noch kein einziger Tag vergangen, an dem ich nicht auf irgendeinem Foto gelandet bin (“Hello mister, can I photo with you?”), mich jemand aus- oder angelacht, oder einfach nur verzückt betrachtet hat. “Lao Huzi” – was so viel heißt wie “der Olle mit dem Bart” ist dabei ein gern verwendeter Begriff. Manche zögern auch nicht mich einfach mal zu betatschen, hält sich aber angenehmerweise in Grenzen. Antje ist schon fast ein bisschen beleidigt, dass ich ihr mit ihren blonden Haaren und der hellen Haut die Show stehle ;-)

Es gibt übrigens noch so richtig echte Scheichs, allerdings nur in Dubai, wo ich ja auf der 27-Stunden-Hinreise umgestiegen bin. Dort kann man übrigens die Zeit super mit Whisky-Trinken totschlagen.

Der Arm-Reich-Kontrast ist heftig. Ich laufe gern einfach drauflos und komme so auch in Viertel, in die sich wohl sonst keine Touristen verirren. Ich mag diese Viertel bisher eigentlich am liebsten – da ist einfach richtig Leben auf der Straße. Überall ist Markt, jeder verkauft seinen Kram und Essen direkt vor der Haustür, nebenan werden Fahrräder und Roller repariert, auf der anderen Seite werden Fische geköpft und im Hintergrund spielt ein kleines Kind mit seinen Geschwistern. Meistens fühlt sich das schon ein wenig komisch und so ein bisschen nach Zoo an, aber wenn mich dann mal wieder einer doof anlacht und anfasst denk ich mir: hey, für die bin ich auch nur Zoo. Läuft man 200m weiter steht man dann wieder auf einer 8-spurigen Straße auf der sich links und rechts die modernen Wolkenkratzer gegenseitig die Sonne stehlen und Leute mit Armani-Anzügen und iPhones flanieren.

China würde zusammenbrechen wenn es von einem Tag auf den anderen keine Lastenfahrräder mehr geben würde.

Shanghai ist riesig, laut und hell. Ich bin jetzt seit 9 Tagen hier und habe das Gefühl gerade mal ein tausendstel dessen gesehen zu haben, was es noch zu entdecken gibt. Eine meiner Sorgen vor der Reise war ja, dass mich diese Wahnsinnsstadt einfach zu viele Nerven kostet, aber wunderbarerweise wohnt Antje im 27. Stock und hat gute, dichte Fenster, womit ich dann doch einen sehr ruhigen Rückzugsort habe. Außerdem gibt es ein paar sehr schöne Parks mitten in der Stadt, in denen man auch mal kurz abschalten kann. Insgesamt finde ich Shanghai bisher richtig toll. Von stylischen Cocktailbars im 50. Stock eines Hotels und blinkenden Shoppingmeilen bis zu Straßenküchen und Märkten und traditionellen chinesischen Gärten und Gebäuden gibt es hier einfach alles, und man kann sich das beste rauspicken.

Es war auf jeden Fall sehr gut, dass ich vorher einen Sprachkurs gemacht habe. Auch wenn ich mich hier so gut wie gar nicht richtig verständigen kann, habe ich zumindest schonmal grobes Grundwissen was ein paar Schriftzeichen, den Klang und den generellen Aufbau der Sprache angeht kennengelernt. Ausländer gibt es hier erstaunlicherweise relativ wenige, und man kommt nicht überall mit Englisch weiter. Ich konnte sogar schon einem seeehr alten Mann, der mich im Park angesprochen hat, auf seine Frage, wo ich herkomme, richtig antworten. Das war aber auch das einzige was ich in diesem 2-Minuten-Gespräch verstanden habe :-/

Es ist verboten Licht am Fahrrad an zu haben, das blendet nämlich die Autos. Die Polizei hält einen dann auch an und weist einen zurecht. Auch auf Rollern und sonstigen motorisierten Gefährten wird eigentlich immer aus Prinzip ohne Helm und ohne Licht gefahren. Das gilt auch für alle Mitfahrer, auch kleine Kinder, die gerne mal auf dem Schoß transportiert werden. Dabei dann auch noch zu telefonieren ist auch weniger das Problem, solange man das alles selbst koordinieren kann. Crazy people. Sowieso ist die Hälfte der Bevölkerung mit (Elektro-)Fahrrad, Rollern oder anderartigen Mopeds unterwegs. Damit darf man nämlich im Prinzip fahren wie und wo man will. Kommt mir zumindest so vor.

Die Metro (also die U-Bahn) kann so richtig fein voll werden. Anstrengend das. Aber wenigstens ist dort alles auch auf englisch ausgeschildert. Straßenschilder sind auch auf englisch, und noch dazu steht an jedem Straßenschild die Himmelsrichtung dran. Auch auf Kreuzungen ist eigentlich immer angegeben, in welche Straßen man kommt, wenn man z.B. links abbiegt. Anders als in Deutschland, wo auf den Schildern eigentlich immer nur der nächste Ort, oder das nächste Viertel dransteht. Das ist superpraktisch, so kommt man fast ohne Stadtplan aus und weiß eigentlich fast immer (zumindest grob) wo man ist. Man kann sich natürlich trotzdem herrlich verlaufen.

Der Preis der auf Sachen draufsteht ist immer verhandelbar, außer beim Essen oder im Supermarkt. Ich war heute dick shoppen und habe mir zwei Anzüge schneidern lassen (mit Schlaghose, mal sehen wie das wird) und eine neue Brille gekauft. Die Brille hätte eigentlich offiziell 2080 yuan kosten sollen, letztendlich zahle ich 700, also ungefähr 70-75 Euro. Und wahrscheinlich hätte ich sie als hartnäckiger nicht-Ausländer für nochmal die Hälfte bekommen. Und es ist auch schon ein Unterschied ob man auf Chinesisch oder Englisch verhandelt, wenn Antje dabei ist, übernimmt gottseidank meist sie das feilschen, ich kann das eh nicht so gut.

Die chinesische Mentalität ist schon anders als bei uns. Das merkt man vor allem beim Schlangestehen, zum Beispiel auf der Expo. Da wird auch gerne schonmal über andere Leute hinweggeklettert und geschubst und gedrängelt. Wenn es darum geht sich irgendwo anzustellen, ist das auch einer der wenigen Momente, in denen Chinesen rennen können, oder zumindest schnell laufen. Die Gehgeschwindigkeit von Chinesen auf dem Fußgängerweg ist extrem langsam und nervt total, reinster Slalomlauf. Die Freundlichkeit mancher Bedienungen lässt gerne mal zu wünschen übrig, allerdings gibt es halt auch das genaue Gegenteil. Was man hier auch auf jeden Fall lernt ist Ignoranz. Wenn ich auf jeden, der mich mit “Wanna buy watch or bags” angesprochen hat, reagiert hätte, dann müsste ich jetzt schon einen Schiffscontainer für gefälschte Rolexuhren und Louis-Vitton-Taschen anmieten. Real-Live-Spam, sozusagen.

Chinesische Mädchen kichern und stehen total auf Kitsch und bunt und crazy bemalte und beklebte Fingernägel. Und Glitzer natürlich. Das mit dem Kichern liegt aber wohl vielleicht eher wieder an mir und meiner Gesichtsfrisur.

Es gibt nirgends so guten Tee wie in China.

Alles was ich hier von mir gegeben hab, betrifft momentan natürlich nur Shanghai und die dort ansässigen Chinesen. Keine Ahnung wie das so in anderen Gegenden abläuft, aber in einer Woche fahre ich mit Antje nach Peking, mal schaun, wie die Kerlchen sich dort so geben :-)

So, und da so ein Bericht ohne Bilder ja langweilig ist, hier schonmal eine kleine Auswahl der ersten 4 Tage in China: http://nebelschwa.de/shanghai/

Also, mir gehts gut, China ist einzigartig und ich geh jetzt erstmal meiner Hauptbeschäftigung nach: Photos machen und Essen.

Photo des Tages 14. Mai 2010

Photo des Tages 14. Mai 2010

Andacht im Jing’an Tempel.

Photo des Tages 13. Mai 2010

Photo des Tages 13. Mai 2010

Fernsehpause bei den Straßenschneiderinnen.

Photo des Tages 12. Mai 2010

Photo des Tages 12. Mai 2010

Der Pearl Tower im Finanzviertel von Shanghai. 10… 9… 8… 7…

Photo des Tages 11. Mai 2010

Photo des Tages 11. Mai 2010

Ein entspannter Tag im Luxan Park.

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